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Der Hase mit dem Bernsteinauge: Geschichten, die durch Dinge erzählt werden

Der Hase mit dem Bernsteinauge: Geschichten, die durch Dinge erzählt werden
Der Hase mit dem Bernsteinauge: Geschichten, die durch Dinge erzählt werden
Anonim

Nachdem ich Edmund de Waals „Der Hase mit dem bernsteinfarbenen Auge“beendet hatte, ließ ich meinen Blick durch das Haus schweifen und suchte nach Dingen, durch die ich meine Familiengeschichte erzählen könnte. Mein eigenes „verstecktes Erbe“. Ich legte meine Hand auf ein Sideboard von Ikea.

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Wir haben nicht einmal die Erinnerung an das Paris der Belle Epoque oder das Wien der 1930er Jahre mit Schlag oder eine umfangreiche Kunstsammlung wie de Waals Ephrussi-Vorfahren.

Der Japonismus, der Europa im Fin de Siecle stilistisch überschwemmte, scheint direkt über unsere gebeugten Köpfe hinweggegangen zu sein, als sie die Erde der Felder im Südwesten von Pennsylvania inspizierten. Besorgt wie wir waren mit Regen. Und Ochsenkarren oder Kuchenbackgeräte oder was auch immer.

De Waals Buch ist großartig in seinem reichen Detailreichtum der Dinge und ihrer Geschichte. Patinas, Gewichte, Farben und Schätzungen. Das Buch ist wie die Vitrine, die die Sammlung der kleinen geschnitzten japanischen Netsuki selbst enthält, ein Platzh alter intimer Wunder, die dazu bestimmt sind, aufbewahrt zu werden. Er beschreibt einen gelb-satinierten Polstersessel seines Onkels, der auf Oscar Wilde Eindruck machte, „gelber Satin könnte einen für alle Leiden des Lebens trösten.“

True, von gelbem Satin und von all den anderen Dingen, die uns an unsere fesselnvorbei an. Unsere Kollektionen. Unsere Arrangements. Die leichte Neigung eines Damenhutes auf einem sepiafarbenen Foto. Ich habe keine Kunst geerbt, weil es keine zu erben gab, aber ich habe einen Bauerntisch, der meinen Urgroßeltern gehörte. Darauf sind Flecken, die gespenstischen Überreste von jemandem, der Äpfel für Kuchen aufschneidet? Es gibt Kaffeeringe aus Mahagoni. Man stelle sich die vielen hochgekrempelten Ärmelgespräche vor Sonnenaufgang über Milchkühe vor.

Der Tisch hat plötzlich Relevanz, nicht nur das, worum ich Teller arrangiere. Mein Tisch hat es wie de Waals Ephrussi-Netsuke durch Krieg und Armut, Feiern und relative Reichtümer geschafft. Es ist ein stilles Zeugnis von Jahrhunderten. Und wenn ich daran sitze, füge ich hinzu.

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